Auflösung Rückstellungen für Steuern

Hallo Community :wave:

Wir hatten bei unserer GmbH beim Jahresabschluss 2021 Rückstellungen für die Steuern gebildet. Der Buchungssatz lautete:

Abgrenzung: 8900 (Direkte Steuern) / 2330 (kurzfr. Rückstellungen)

Nun haben wir im neuen Jahr die Staats- und Gemeindesteuern 2021 in Form einer Akontorechnung erhalten. Also geht es jetzt darum die Rückstellungen aufzulösen. Sind folgende Buchungssätze korrekt?

Auflösung: 2330 (kurzfr. Rückstellungen) / 1020 (Bank) → da direkt bezahlt
Ausgleich Differenz: 2330 (kurzfr. Rückstellungen) / 8510 (A.o. einmaliger oder periodenfremder Ertrag)

Kann uns jemand auf die Sprünge helfen? Oder habt Ihr andere Vorschlage? :muscle:

Aus Sicht der Schulbuchhaltung ist das so korrekt und ich hätte es wohl auch so gemacht.

Mit der Differenzbuchung willst du wohl andeuten, dass die Rückstellungen höher waren, als die Steuerzahlung. Dann ist die Buchung auf ausserordentlicher Ertrag auch richtig.

Hallo thfo92 :vulcan_salute:

Wenn’s von der Schulbuchhaltungsperspektive passt, dann ist ja grossartig! :ok_hand:

Exakt, die Rückstellungen waren Minim höher, da wir auf Anraten der Einschätzungsexpertin vom Steueramt etwas mehr abgegrenzt hatten. Wir waren uns bloss nicht ganz sicher auf welches Konto der ausserordentliche Ertrag nun gebucht werden sollte. Im von Bexio vorgegebenen KMU-Kontenrahmen für GmbH’s kamen grundsätzlich folgende Konten in Frage:

Kto. 8100 Betriebsfremder a.o. Ertrag
Kto. 8510 A.o. einmaliger oder periodenfremder Ertrag

Wobei unserer Interpretation nach Letzteres irgendwie am zutreffendsten war. :sweat_smile:

Oh ja, wie habe ich diese zwei Konten während meiner Aus- und Weiterbildung gehasst :smiley:

Zu 90% wenn man sich die Frage stellt, ist es dann tatsächlich das Konto 8510 a.o. Ertrag.
Der betriebsfremde a.o. Ertrag ist was ganz Spezielles, das man so eigentlich höchst selten braucht.

Betriebsfremd heisst immer, dass es Erträge sind, die mit dem Kerngeschäft nichts zu tun haben.
Steuerrückstellungen stehen ja in direktem Zusammenhang mit deinem Kerngeschäft (weil es ja die Steuern dafür sind) und daher ist es ein ausserordentlicher Ertrag (einmalig oder periodenfremd).

Tatsächlich gibt es hierzu keine gesetzliche Grundlage, sondern man muss sich etwas an der Praxis orientieren. Wenn eine Bäckerei z.B. noch Zigaretten verkauft, könnte man sich fragen ob der Zigarettenverkauf hier „betriebsfremd“ wäre.

Guten Morgen thfo92 :wave:

Das haben wir gemerkt, dass es in einschlägiger Literatur nicht wirklich eine handfeste gesetzliche Basis gibt. Man muss sich effektiv an der Praxis orientieren, weshalb wir so dankbar sind für so ein tolles Forum. :smiley: :handshake:

Danke für deine Hilfe. Mit deiner 90%-Regel sollten wir gut fahren :stuck_out_tongue_winking_eye:

Hallo Zusammen

Dass man in der Schulbuchhaltung so vorgeht kann sein, besser fände ich es, die Rückstellung einfach immer am Ende vom Jahr anzupassen auf den neuen erwarteten Wert… Ausser es will jemand sehen wie weit man weg war von der effektiven Steuer.

Falls nachbesteuert wird aufgrund zu tiefer Rückstellung macht eine Darstellung im ausserordentlichen Aufwand aber durchaus Sinn. So sieht man welcher Teil das Vorjahr und welcher für das aktuelle Jahr anfallen.

GLG

Hallo Pete :vulcan_salute:

Also so wie wir das verstanden haben würde man bei deiner vorgeschlagenen Variante die stillen Reserven bzw. die Differenz gar nicht erst auflösen, sondern stehen lassen und dann Ende Jahr die Anpassungen für das Folgejahr vornehmen. Ist das korrekt? :nerd_face:

Lgr

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