Betriebsabrechnungsbogen, Produkte definieren

Hallo zusammen, Ich hoffe ich bin hier richtig…

Ich bin schon seit Tagen mit dieser Frage am kämpfen.

Für den BAB und die Kalkulation allgemein brauche ich definierte Kostenträger, Produkte. Dies ist einfach bei einer Massenproduktion, jedoch produziere ich Grabsteine, welche für jeden Kunden einzeln produziert werden. Somit kann ich „Grabstein“ unmöglich als einzelnes Produkt definieren.

Wie kann ich am schlausten eine saubere Kalkulation durchführen, wenn eine Einzelfertigung vorliegt. Brauch ich überhaupt ein BAB und andere Kostenrechnungen durchzuführen, oder reicht ein Stundenkostensatz?

Herzlichen Dank!

Vorweg: Ich kenne mich in der Betriebsbuchhaltung nicht allzu gut aus. Daher wäre ich froh, wenn jemand, der hier versierter ist als ich, das Ganze noch ergänzen könnte. Primär befindet sich mein Fachgebiet nämlich in der Finanzbuchhaltung.

Aber:
Nach meiner Auffassung ist ein BAB ein Instrument, bei dem die einzelnen Kosten auf die Kostenstellen und -träger verteilt werden. Also z.B. um herauszufinden wie teuer die Logistik im Verhältnis zu den Gesamtkosten eines Produktes ist, oder eine Kalkulation bei Massenproduktion.
Das macht in meinen Augen nur Sinn, wenn eine gewisse Betriebsgrösse und eine Massenproduktion bzw. Massenhandel von Gütern oder Dienstleistungen vorhanden ist.

Für kleinere Unternehmen macht sowas nur begrenzt Sinn, da man eine einfache Kalkulation auch ohne BAB durchführen kann.
Wenn es dir nur darum geht die Selbstkosten für einen Grabstein zu evaluieren, dann geht das auch mit einer normalen Kalkulation.
Z.B. Materialkosten + Stundenaufwand (Stunden * Stundenansatz).
Die Frage ist auch, wofür du diese Kalkulation brauchst. Für die Finanzbuchhaltung ist das eigentlich unerheblich, da sich dein Gewinn aus den primären Produktionsfaktoren Lohnaufwand und Materialkosten (inkl. aller betrieblichen Nebenkosten) ergibt.

Für eine saubere Planung im operativen Geschäft würde ich in einem kleinen Rahmen lieber bei einer klassischen Kalkulation bleiben.

Ich gehe bei dir jetzt von einem Kleinbetrieb aus und da kenne ich persönlich keinen, der mit einem BAB arbeitet.

Hallo thfo92

Herzlichen Dank für deine Antwort.

Die Annahme stimmt, wir sind ein Kleinbetrieb. Ich konnte mir bereits vorstellen, dass ein BAB bereits zu kompliziert ist für unseren Betrieb. Ich habe es bereits mit einer normalen Kalkulation mehr oder weniger probiert, jedoch komme ich auf fast schon absurde Zahlen… Dann werde ich nochmals alles durchschauen…

Falls ich auf eine Lösung komme, werde ich das hier gerne noch aktualisieren, falls es jemand da draussen gibt, der ebenfalls mit diesem Problem kämpft!

Vielen Dank!

Darf ich fragen wie du auf die Idee kamst einen BAB zu erstellen?
Was erhoffst du dir davon bzw. warum denkst du, dass du ihn brauchst?

Wie gesagt gibt es einfachere Lösungen und wenn wir deinen Bedarf kennen, können wir dir evtl. auch empfehlen welches Instrument dafür am geeignetsten ist (klassische Kalkulation oder andere Lösungen).

Bzw. was funktioniert dir bei deiner Kalkulation denn nicht richtig?

Ich bin per Zufall auf den BAB gekommen und dachte, es sei ein anderer Weg, mein Problem zu lösen.

Um zu erklären, was ich mir erhoffe, muss man das Problem kennen. Momentan rechne ich alles mittels einem Stundenverrechnugssatz, welcher „Gesamtkosten 2023 durch Anzahl möglicher Stunden 2023“ berechnet wird. Anschliessend rechne ich * Stunden die ich für ein Grabmal benötige, + Materialkosten + sonstige Kosten, + Gewinnmarge und habe dann meinen Preis. Da diese Kalkulation für Jahre nie aktualisiert worden ist, rechneten wir die ganze Zeit mit einem viel zu tiefen Stundenverrechnungssatz. Wenn ich das ganze update, dann ist der Satz doppelt so hoch, was im Endeffekt mein Produkt doppelt so teuer macht, was für mich unlogisch klingt.

Deswegen habe ich nach Alternativen gesucht, um herauszufinden, wo ich den Rechenfehler mache, oder ob das tatsächlich der Fall ist…
Hoffe, der Sachverhalt ist nun ein wenig verständlicher…

Hoi bbqr

Du schreibst: „Da diese Kalkulation für Jahre nie aktualisiert worden ist…“.
Das geht auch vielen Wirten so, die sich bei der Kalkulation z.B. an der Konkurrenz orientieren.
Tatsache ist, dass Du eben jedes Jahr Deine Kalkulation auf Vordermann bringen musst, was bedeutet, dass Du mit Dir selber ehrlich die Gesamtkosten erheben musst. Das gibt dann nach Deinem Schlüssel ganz schnell mal den doppelten Einsatz und für 2024 dürften die Gesamtkosten wegen der Energiepreise grad nochmals etwa 10 - 25% steigen…

Wichtig ist, dass Du bei Deinem Stundensatz, den Du als „Gesamtkosten 2023“ definierst, sicherstellst, dass in den „Gesamtkosten“ die Material- und sonstigen Kosten nicht schon enthalten sind.

Ich würde einfach mal andersrum rechnen:

Stundensatz (der Wert Deiner Arbeit) x durchschnittliche Anzahl Stunden für einen Grabstein + Materialkosten + Anteil übriger Aufwand (Energie, allenfalls noch nicht berücksichtigte Lohn-Nebenkosten, Betriebsaufwand etc.)

Dann hast Du einen Anhaltspunkt. Mehr jedoch nicht. Weil eben ein einfacher Grabstein vielleicht einen halben Tag Arbeit gibt, einer mit Engelsfigur dann dafür eine Woche.
Das musst du natürlich bei Deiner Offertstellung berücksichtigen.

So haben wir das bei meinem verstorbenen Onkel gemacht - der hat auch Grabsteine gemacht und gesetzt.

Gruess Hanspeter

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