Verbuchung von BU/NBU

Hallo zusammen

Ich habe vor Kurzem eine Firma gegründet und versuche nun, die Lohnbuchhaltung korrekt umzusetzen.

Ich habe anfangs Jahr von der BU/NBU Versicherung eine Rechnung für die geplante Lohnsumme erhalten.

Diese habe ich nun als 1183: Kontokorrent Unfallversicherung an 1021: Bank gebucht und werde jetzt jeden Monat 5730: Unfallversicherung an 1183: Kontokorrent Unfallversicherung buchen.
Wenn am Jahresende etwas übrig bleibt, sollte mir das die Versicherung zurück zahlen. Wenn das Konto ins Negative dreht (darf es das, oder muss ich das gleiche konto dann auf der Passivseite weiterführen?), muss ich nachzahlen.

Jetzt gibt es aber eine Minimalsumme für BU und NBU. Die werde ich immer zahlen müssen auch wenn ich gar keinen Lohn auszahle. Die dürfte dann aber nicht als Forderung auf der Aktivseite stehen. Beim BU ist es problematisch da die Summe der Arbeitgeber-Abzüge unter der Minimalprämie bleiben werden.

Wie wird sowas korrekt gebucht?

Oder mache ich mir das Leben nur unnötig schwer und es gibt eine viel einfachere Buchungsweise?

Merci für die Hilfe und sorry falls dies schon irgendwo gefragt wurde, habe leider nichts gefunden.

Hallo Fortran

Du machst dir das Leben unnötig schwer. So wie ich es verstehe, hast du nur dich selbst als Angestellten bzw. eine minimale Lohnsumme. Da würde ich keine Lohnbuchhaltung im eigentlichen Sinne führen bzw. nicht über Bilanz-Kontokorrente buchen. Einfach direkt manuell ins Hauptbuch – und gut ist. Es besteht keine Gefahr, dass du die Übersicht verlierst.

Das heisst für dich betreffend UVG:

Provisorische Prämie 2026 kommt → 5730 / 1020

Monatslöhne, AN-Anteil UVG (NBU) → 1090 / 5730

Ende Jahr definitive Löhne durchgeben und definitive Prämie erhalten und buchen → (5730 / 1020 oder 1020 / 5730, je nachdem, ob Nachzahlung oder Gutschrift)

LG
Mathias

Hallo Matthias

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Ja, genau wie du vermutest, ich bin der einzige Angestellte :slight_smile:

Dein Ansatz sieht seht elegant und pragmatisch aus. Da gibt es also kein Richtig oder Falsch beim Buchen, solange am Ende alles aufgeht?

Wenn ich jetzt trotzdem eine vollumfängliche Lohnbuchhaltung zu führen möchte (einfach weil mir Buchhaltung Spass macht und ich einen ungesunden Hang zum Perfektionismus habe), wie würde das dann korrekterweise gebucht?

Naja, im “Schnellzugtempo” erklärt:

prov prämie → 2273/1020 (passiv, nicht aktiv!)

lohnabrg → AN-Anteil 1090/2273 & AG-Anteil 5730/2273

def prämie → 2273/1020 oder 1020/2273

saldo kk 2273 (hast du einen, voraussgesetzt die def. Prämierg. ist höher als die Buchungen gemäss Lohnbuchhaltung,weil Mindestprämie höher als eigentlicher Lohnabzug) → 5730 / 2273

Ok, also wenn ich das richtig verstehe:

Prov Prämie: 2273 an 1020 => 100

Dann habe ich -100 auf der Passivseite, also ein Guthaben welche mit jedem Lohn gegen Null wandert. Wusste nicht dass man negative Saldos haben darf. Wieder was gelernt :slight_smile:

Löhne: 5730 an 2273 => 60

Dann hätte ich noch -40 auf der Passivseite. Ende Jahr erhalte ich eine Rechnung für BU über 0 weil ich die Minimalprämie nicht überschritten habe.
Also schreibe ich das restliche Guthaben (Negative Passivseite) gegen 5730 ab.

Definitive Rechnung 0: 5730 an 2273 => 40

Nun ist 2273 wieder auf null.

Dass es eine Mindestprämie gibt sieht man in der Buchhaltung selbst nicht, resp. erst am Ende.

Nein, bei den Löhnen musst du auch den AN-Anteil (=NBU) buchen (1090/2273 bzw. 5000/2273 – je nach Buchungslogik, ob du zusätzlich ein Kontrollkonto für die Auszahlung führst oder nicht). Es reicht nicht, nur den AG-Anteil (=BU) zu berücksichtigen.

Dann wandert der Saldo des Kontrollkontos UVG 2273 – wie von dir beschrieben – gegen 0.00.

Falls du Ende Jahr mit der definitiven Abrechnung eine höhere UVG-Prämie bezahlen musst, weil die Mindestprämie höher ist als der effektiv prozentuale Lohnabzug, entsteht auf dem Konto 2273 eine Differenz. Diese gehört vollumfänglich dem Arbeitgeber belastet und ist als Sozialversicherungsaufwand zu verbuchen. Konkret buchst du somit den Saldo von 2273 auf 5730 um.

Ja, ist wohl noch etwas komplexer da die Mindestprämie pro Versicherung BU / NBU einzeln ist.

Also:

  • Prov Prämie BU: 2273 an 1020 => 100 (100 Minimum)

  • Prov Prämie NBU: 2274 an 1020 => 300 (100 Minimum + 200 gemäss Lohnsumme)

  • Löhne AG: 5730 an 2273 => 60

  • Löhne AN: 5000 an 2274 => 350 (Beispiel: Lohnsumme höher also prov. gemeldet)

  • Abschluss BU: 5730 an 2273 => 40

  • Abschluss NBU: 2274 an 1020 => 50

Bei BU habe ich die Mindestprämie nicht erreicht; bei NBU kriege ich eine Rechnung.